Datenkraken und ihre Opfer

Dass Facebook der absolute, momentan unangreifbare Platzhirsch auf dem Markt der sozialen Netzwerke ist, weiß man schon lange. Doch wo Licht ist, fällt meist auch Schatten – im Falle von Facebook leider genau auf die Nutzer der Plattform. Datenschutz und Privatsphäre sind Themen, die noch stark ausbaufähig sind. Der Druck der Staaten und Nutzer auf Facebook steigt, ein Umdenken ist unvermeidbar, wenn das Unternehmen vor allem in Europa weiter erfolgreich bleiben will.

Das mussten auch schon andere Konzerne wie Google erkennen und sich den Gesetzen und Richtlinien ausländischer Nationen fügen. Nach langen Prozessen und unzähligen Gesprächen mit Datenschutzbeauftragten konnten einige Erfolge erzielt werden: Die Statistik-Plattform Google Analytics entspricht nun den europäischen Gesetzmäßigkeiten und kann von jedem Unternehmen nach wenigen Einstellungen unproblematisch für die eigene Website eingesetzt werden. Sie ist amtlich Datenschutzkonform.

Permanentes Tracking, auch wenn der Nutzer nicht mehr bei Facebook eingeloggt ist, undurchsichtige Privatsphäre-Einstellungen, Gesichtserkennung – Funktionen und Maßnahmen von Facebook, die die Datenschutzbestimmungen vieler europäischer Staaten nicht so genau nehmen. Wozu die Daten genutzt werden, bleibt in den meisten Fällen schleierhaft. Zwar lassen sich die von Facebook gespeicherten Daten anfordern, wie es der Österreicher Max Schrems vor kurzem vorgemacht hat, trotzdem erhält man nicht vollen Einblick in alle Informationen. Zudem werden vom Nutzer gelöschte Bilder, Beiträge und andere Daten nicht komplett aus den Facebook-Datenbanken entfernt, sondern nur vor allen Nutzern versteckt. Einmal eingestellte Inhalte bleiben also ohne Wissen des Nutzers solange bei Facebook, bis das Unternehmen selbst entscheidet, diese zu löschen.

Schleswig-Holstein macht vor, wie man auch Facebook zum Umdenken bringen kann. Ganz nach dem Motto „wer nicht hören will, muss fühlen“, zwingt man nun alle Websitebetreiber des Bundeslandes durch Androhung von bis zu 50.000 Euro Strafe den Gefällt-mir-Button von der Website zu verbannen – vorhergehende Gespräche mit den Vertretern Facebooks führten zu keinem Ergebnis. Das bedeutet für viele Unternehmen harte Einschnitte und kann Wettbewerbsnachteile mit sich bringen, vor allem dann, wenn Social Media einen zentralen Akquise-Anteil ausmacht. Zwar richtet sich dieses Vorgehen nur indirekt gegen Facebook, kann jedoch einen Imageschaden zur Folge haben, durch den wiederum weniger Unternehmen gewillt sind, Facebook als Marketing-Instrument zu nutzen.

Doch nicht nur Konzerne stehen immer wieder im Verdacht geltende Datenschutzgesetze zu übergehen. Auch Regierungen schöpfen sämtliche Möglichkeiten aus, um an Informationen über ihre Bürger zu gelangen. Bestes Beispiel ist die nun vom Chaos Computer Club aufgedeckte Nutzung des so genannten Bundestrojaners. Eigentlich nur zum Mithören von Telefongesprächen vorgesehen, ist die Spionagesoftware so programmiert, dass sie sämtlichen Informationsverkehr ausliest. Schlimmer noch: Sie enthält eklatante Sicherheitslücken.

In Bezug auf Datenschutz und Privatsphäre müssen sowohl Unternehmen als auch Regierungen noch einiges lernen. Es bleibt abzuwarten, in welche Richtung sich das Ganze noch entwickeln wird.

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Eine Antwort auf Datenkraken und ihre Opfer

  1. Es wird nicht lange dauern,
    dann hat jedes Unternehmen von jedem die Daten,
    dann ist es wie bei uns in der Politik – alle Parteien heben die Hände,
    und jeder behauptet “auch” gewonnen” zu haben.
    Und dann .. ?

    Als Einzelunternehmer hat mir bislang die Verbreitung meiner Daten und Adresse eigentlich sogar geholfen. Seitdem erhalte ich von Poster- und Druckservice Unternehmen immer Gutscheine per Post, die ich dann als zum Beispiel Weihnachtsaktion mit in meine Foto-Shooting Angebote integriere.

    Vielen Dank liebe Sammler, die ihr meine Wäsche wascht.

    PS: Einzig, und das sehe ich kritisch, sollte man jedoch immer nur Bilder mit Logo/Wasserzeichen im Internet verbreiten. Das ist nicht nur Werbung, die Bilder werden für Automatismen-Speicherung vollkommen unbrauchbar.

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