Marktführerschaft bedeutet nicht nur Druck, um diese weiter zu halten, sondern auch sehr viele Gegner verschiedener Größenordnungen. Unternehmen und Regierungen versuchen schon lange Facebook in die Schranken zu weisen und nutzen dazu scheinbar jedes Mittel. Ob sie Erfolg damit haben, bleibt abzuwarten.
Über Belobigung und Zensur
Seit der Revolution in Ägypten wissen wir, dass soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sogar zu Regierungsstürzen beitragen können. Doch was passiert, wenn diese Medien in demokratisch geführten Ländern zur Koordination und Bekanntmachung von Krawallen genutzt werden, wie es in den letzten Tagen in England der Fall war? Damals noch in den meisten Nachrichtensendungen hoch gelobt und als wichtiges Hilfsmittel beim Regierungssturz dargestellt, werden soziale Netzwerke nun in England stark angeprangert – sogar ein Verbot für Straftäter steht zur Debatte.
Schon in der Vergangenheit, als soziale Netzwerke weniger populär waren, haben Bürger es immer wieder geschafft sich gegen Regierungen aufzulehnen und Widerstände zu organisieren. Ob die eingeschränkte Nutzbarkeit dieser Medien daher zu einem Erfolg führen wird, bleibt fraglich. Vor allem muss man sich fragen, ab welchem Zeitpunkt das Verbot greifen soll. Reicht es bald vielleicht schon aus, wenn man sich mit einem Bild oder Kommentar an den Online-Krawallen beteiligt hat, um den Zugang verwehrt zu bekommen?
Die sozialen Netzwerke haben sich zu starken Kommunikationsplattformen entwickelt. Das Medium selbst trägt jedoch keine Schuld – es kommt immer nur auf die jeweilige Nutzung an. Ein Verbot einzuführen, um die Kommunikation zu stören, stammt ursprünglich wahrscheinlich von einer militärischen Denkweise, kann und wird das Problem an sich jedoch nicht lösen.
Gefährdete Marktführerschaft
Der gefährlichste Konkurrent für Facebook bleibt Google+, auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, bis sich ein Schlagabtausch auf Augenhöhe entwickelt. Im Moment fehlt es Google+ noch an Funktionen und vor allem an Nutzern – vielleicht kann jedoch noch ein anderer Player etwas aushelfen und Google in die Karten spielen: Anonymous.
Mit Anonymus ist ein Feind für Facebook auf den Plan getreten, den man so nicht vermutet hat. Anhänger der Gruppe kündigten die Zerstörung Facebooks für den 5. November an, dem Tag, an dem 1605 der Anschlag von Guy Fawkes auf das englische Parlament in London fehlschlug. Wie die Attacke erfolgreich durchgeführt werden soll, bleibt bei der Größe Facebooks fraglich. Doch Anonymus hat bereits mit dem Angriff auf Sony bewiesen, wie dilettantisch Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt sein können und Unternehmen die Daten der Nutzer schützen. Die Operation Facebook wurde von offiziellen Mitgliedern zwar dementiert, es bleibt aber abzuwarten, ob doch mehr hinter dieser Ankündigung steht. Eins ist aber sicher, Facebook wird die Aufmerksamkeit und Sicherheitsmaßnahmen vor und am 5. November sicherlich verstärken. Sollte es doch zu einem Angriff kommen und das Netzwerk für einige Zeit ausfallen wird sich auf jeden Fall ein lachender dritter finden: Google.